Obst und Gemüse im Hochbeet anbauen

So einfach ernten Sie Ihren eigenen Salat und mehr

In Zeiten steigenden Umweltbewusstseins und von Plastikmüll überschwemmter Meere ist die Reduzierung von Verpackungsabfällen zu einem wichtigen Thema geworden. Wer Plastikmüll vermeiden will, kann sein Essen beispielsweise frisch auf dem Wochenmarkt holen, in sogenannten Unverpackt-Läden einkaufen oder aber auch einfach als Selbstversorger oder Teilselbstversorger leben. Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten ist zwar mit etwas mehr zeitlichem Aufwand verbunden, dafür aber auch deutlich günstiger als im Supermarkt. Eine besonders gute Möglichkeit, um im eigenen Garten etwas selbst anzubauen, sind Hochbeete. Was Sie alles bei der Errichtung eines Hochbeets beachten sollten, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.

 

Die Vorteile eines Hochbeets

Ein Hochbeet bietet im Vergleich zu einem normalen Beet auf Bodenhöhe mehrere Vorteile. Einer der größten Vorteile besteht in der individuell anpassbaren Höhe eines Hochbeets, die ein angenehmes und bequemes Arbeiten ermöglicht. Rückenschmerzen und Haltungsschäden gehören damit der Vergangenheit an! Zudem ist man mit einem Hochbeet unabhängig von der vorhandenen Bodenbeschaffenheit – ein Hochbeet können Sie theoretisch sogar auf einer Dachterrasse oder auf Betonboden anlegen.

Zudem ist bei einem Hochbeet die Kontrolle von Erdmischung, Pflanzenschutz, Bewässerung und Düngung wesentlich einfacher. Auch das Anbringen von Folien, Netzen oder Vliesen als Schädlings- und Winterschutz wird bei einem Hochbeet wesentlich erleichtert. Hinzu kommt, dass man bei einem Hochbeet meist mit einer deutlich höheren Produktivität und somit einem besseren Ertrag auf kleinem Raum rechnen kann.

 

 

 

 

Bausatz oder selber bauen?

Neben all den vielen Vorteilen ist das Anlegen eines Hochbeets natürlich erst einmal mit einem gewissen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden. Hochbeete werden meist aus Holz oder Stein angefertigt.

Bausätze für Hochbeete findet man in den meisten Baumärkten oder im Internet – wer mit einem gewissen handwerklichen Geschick gesegnet ist, kann sich auch einfach mit ausreichend Materialien eindecken und das Hochbeet selbst planen und errichten. Bei der Wahl der richtigen Maße gilt es allerdings ein paar Dinge zu beachten. Die ideale Höhe eines Hochbeets ist sowohl abhängig von der Körpergröße, als auch von der Höhe der gewählten Pflanzen. Für niedrig wachsende Pflanzen wie Pflücksalat empfiehlt sich eine Beethöhe von 80-100 cm, bei Tomaten beispielsweise sind lediglich etwa 50 cm vonnöten, da sonst zum Ernten eine Leiter benötigt wird.

In jedem Fall sollten Sie sich im Vorfeld informieren, wie hoch die gewählten Pflanzen in etwa werden, und die Höhe Ihres Hochbeets entsprechend wählen.

 

 

 

 

Gut gefüllt

Hochbeete sind zwar auch beliebt als reine Dekoelemente im Garten und können genutzt werden, um Zierpflanzen darin anzupflanzen, in erster Linie werden Sie jedoch als Nutzgarten verwendet. Welche Obst- und Gemüsesorten Sie anbauen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen ist die Bodenfüllung des Hochbeets entscheidend. Die eigentliche Erdschicht muss bei einjährigen Pflanzen beispielsweise nicht höher als 30 bis 40 cm sein – darunter empfiehlt es sich, eine Drainageschicht aus wasserdurchlässigem Material anzulegen. Die verwendete Bodenmischung kann wahlweise und je nach geplanter Pflanzensorte aus Gartenerde, Mischungen mit Sand und Kompost oder fertigen Substratmischungen bestehen. Für die Drainageschicht eignen sich Materialien wie Holzhäcksel, Schotter oder Sand.

 

Die Pflanzenauswahl und somit auch die Fruchtfolge richtet sich vor allem nach der Einteilung in sogenannte Stark-, Mittel- und Schwachzehrer. Im ersten Jahr ist der Boden im Hochbeet noch besonders Nährstoffreich und daher besonders gut geeignet für Starkzehrer wie beispielsweise Tomaten, Kartoffeln, Lauch, Sellerie, Mais, Zucchini sowie alle Kohlarten. Im zweiten Jahr wird es Zeit für die Mittelzehrer – Karotten, Knoblauch, Salat, Zwiebeln, Fenchel und Radieschen. Wenn im dritten Jahr schließlich die Düngekräfte im Hochbett nachlassen, können anspruchslose Pflanzen wie Erbsen, Feldsalat, Bohnen und Erdbeeren angepflanzt werden. Anschließend wird die Substratschicht im Hochbeet mit Kompost oder gut verrottetem Mist ergänzt und man kann mit der Fruchtfolge von vorne beginnen.

Tipp: Wenn Sie drei Hochbeete anlegen und dort die Fruchtfolge jeweils um ein Jahr versetzt einhalten, können Sie in jedem Jahr alle Pflanzen ernten.

Selbstverständlich sollten Sie sich vor dem Anlegen eines Hochbeetes eingehend über die verschiedenen Pflanzen und deren Pflege informieren. Entsprechende Gartenratgeber gibt es im Buch- oder Fachhandel. Mit der richtigen Vorbereitung ist es aber dann auch absoluten Gärtner-Anfängern möglich, Obst und Gemüse im eigenen Garten zu ziehen!

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